Der SGPT-Test misst das in den Leberzellen vorkommende Enzym Alanin-Aminotransferase und weist so auf das Vorliegen eines hepatozellulären Schadens hin. Erhöhte Werte stellen einen zuverlässigen biochemischen Marker bei der Beurteilung akuter oder chronischer Lebererkrankungen dar.

Die Analyse der SGPT-Spiegel wird eingesetzt, um das Ausmaß einer Leberentzündung und des zellulären Zerfalls zu bestimmen. Sie hilft insbesondere bei Hepatitiden, toxischen Expositionen und Fettlebererkrankungen, die Krankheitsaktivität zu überwachen und die Therapieantwort zu beurteilen.

Verlaufsbestimmungen des SGPT sind wichtig, um leberbezogene Auswirkungen einer medikamentösen Behandlung zu überwachen. Regelmäßige Kontrollen ermöglichen es, eine potenzielle Hepatotoxizität bereits in einem frühen Stadium zu erkennen, erhöhen die Behandlungssicherheit und liefern eine wissenschaftliche Grundlage für Dosisanpassungen.

Die Überwachung der Leberfunktion mittels SGPT erlaubt es, die durch metabolische und systemische Erkrankungen bedingte Leberbelastung zu beurteilen. Die Trendanalyse der Werte spielt eine entscheidende Rolle für die Beobachtung des Krankheitsverlaufs, die Risikostratifizierung und die Unterstützung langfristiger klinischer Entscheidungsprozesse.

Wissenswerte PunkteInformationen
Definition / ZweckDer SGPT-Test, auch ALT (Alanin-Aminotransferase) genannt, ist ein Bluttest, der zur Beurteilung der Leberfunktion durchgeführt wird. Wenn Leberzellen geschädigt werden, steigt der SGPT-Spiegel im Blut an.
Quelle des EnzymsDas Enzym SGPT/ALT kommt hauptsächlich in Leberzellen vor. Außerdem kann es in geringeren Mengen in Niere, Herz und Muskelgewebe vorkommen. Unter normalen Umständen gelangt nur eine sehr kleine Menge in den Blutkreislauf.
Wie wird der Test durchgeführt?Aus einer Vene im Arm wird eine Blutprobe entnommen und im Labor analysiert, um den SGPT-Spiegel im Blut zu bestimmen. In der Regel ist Nüchternheit nicht erforderlich, einige Labors können jedoch empfehlen, den Test nüchtern durchzuführen.
Normaler ReferenzbereichÜblicherweise gilt ein Bereich von 7–56 U/L als normal. Dieser Bereich kann je nach Labor, Alter und Geschlecht leicht variieren.
Was bedeutet ein erhöhter SGPT-Wert?Bei Schädigung oder Entzündung von Leberzellen tritt Enzym in den Blutkreislauf über und der SGPT-Spiegel steigt an. Zu den möglichen Ursachen gehören virale Hepatitiden (insbesondere Hepatitis B und C), Fettleber, Zirrhose, Alkoholkonsum, medikamentöse Toxizität und einige Stoffwechselerkrankungen.
Was bedeutet ein niedriger SGPT-Wert?Ein niedriger SGPT-Wert ist in der Regel klinisch nicht bedeutsam und wird als normal angesehen. In seltenen Fällen, etwa bei einer fortgeschrittenen Leberinsuffizienz, können ebenfalls niedrige SGPT-Werte auftreten.
Anwendungsgebiete des TestsEr wird zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Lebererkrankungen, zum Hepatitis-Screening, zur Überwachung der Arzneimittelwirkung auf die Leber sowie bei Vorsorgeuntersuchungen und routinemäßigen Kontrollen eingesetzt.
Wichtige Aspekte bei der BeurteilungAllein betrachtet kann SGPT unzureichend sein; eine genauere Beurteilung erfolgt in Kombination mit anderen Leberenzymen wie AST (SGOT), ALP und GGT. Außerdem sollten die Werte stets im Zusammenhang mit den klinischen Beschwerden interpretiert werden.
dr.melih web foto SGPT

Op. Dr. Ömer Melih Aygün
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe / Erfahrener Spezialist für Unfruchtbarkeit

Von dem türkischen Gesundheitsministerium zertifizierter Spezialist für Unfruchtbarkeit. Seit 1997 Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe. Erfahrener Spezialist für Unfruchtbarkeit mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung in der Privatmedizin. 25 Jahre internationale Berufserfahrung.

In den letzten 9 Jahren hat er über 15.000 Eizellentnahmen durchgeführt.

Ein selbstständiger Profi mit ausgeprägten Kommunikations- und Problemlösungsfähigkeiten. Verfügt über ausgezeichnete zwischenmenschliche Fähigkeiten, um Konsens zu schaffen und Teamarbeit zu fördern.

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Was ist SGPT?

SGPT (Serum-Glutamat-Pyruvat-Transaminase), auch ALT (Alanin-Aminotransferase) genannt, ist ein Enzym, das in Leberzellen vorkommt. Bei einer Schädigung der Leber gelangt es in den Blutkreislauf und sein Spiegel steigt an. Der SGPT-Test wird zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Lebererkrankungen wie Hepatitis, Fettleber und medikamentöser Toxizität verwendet. Ein erhöhter SGPT-Spiegel kann auf einen zellulären Schaden in der Leber hinweisen.

Welche Funktion hat das SGPT-(ALT-)Enzym im Körper?

SGPT bzw. ALT ist ein Enzym, das sich vorwiegend in den Leberzellen befindet. Seine Hauptaufgabe besteht darin, an der Verarbeitung von Aminosäuren mitzuwirken, die die Bausteine der Proteine darstellen. Es spielt eine Schlüsselrolle bei der Umwandlung der aufgenommenen Proteine in Energie oder in andere Moleküle, die der Körper benötigt.

Man kann es sich so vorstellen: Ihre Leberzellen sind wie kleine Bläschen, die mit dem Enzym SGPT gefüllt sind. Solange die Zellen gesund sind, behalten sie dieses Enzym sicher in ihrem Inneren. Gerät die Leber jedoch aus irgendeinem Grund unter Stress – etwa durch eine Infektion (wie Hepatitis), übermäßige Fettablagerung, Alkohol, Toxine oder bestimmte Medikamente – werden die Zellwände geschädigt. Geschädigte Zellen geben das in ihnen enthaltene SGPT in den Blutkreislauf ab.

Deshalb bedeutet ein erhöhter SGPT-Spiegel im Bluttest, dass die Leberzellen gewissermaßen ein „Hilfesignal“ aussenden. Je höher der Spiegel im Blut ist, desto größer kann das Ausmaß der Schädigung in diesem Moment sein. Obwohl SGPT in kleinen Mengen auch in Nieren, Herz und Muskelgewebe vorkommt, ist sein „eigentliches Zuhause“ die Leber, weshalb es ein sehr spezifischer Marker für Leberschäden ist.

Warum können SGPT-Werte selbst innerhalb des „Normalbereichs“ besorgniserregend sein?

Auf dem Laborbefund sieht man für SGPT (ALT) häufig einen relativ breiten „Normal-“ bzw. „Referenzbereich“, meist zwischen 7 und 56 U/L. Gerade im Zusammenhang mit Fruchtbarkeit und künstlicher Befruchtung (IVF) ist es jedoch wichtig, sich nicht zu sehr an dem Wort „normal“ festzuhalten.

Diese Standardbereiche werden aus der Allgemeinbevölkerung abgeleitet und übersehen häufig zugrunde liegende, noch symptomlose (subklinische) Leberprobleme. Detaillierte Studien zeigen, dass die „tatsächlich“ gesunde obere Grenze – insbesondere für Frauen – deutlich unter diesen Standardwerten liegen dürfte. Manche Fachleute vertreten die Auffassung, dass die ideale obere Grenze für eine Frau bei etwa 19 U/L oder 25 U/L liegen sollte.

Was bedeutet das in der Praxis? Wenn Ihr SGPT-Wert beispielsweise bei 40 U/L liegt, mag er im Laborbericht als „normal“ erscheinen. Diese Höhe kann aber bereits ein Hinweis auf eine beginnende Fettleber oder auf eine metabolische Störung sein. Bei Frauen, die sich einer Kinderwunschbehandlung unterziehen, sind Zustände wie das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) und Adipositas sehr häufig und neigen ohnehin dazu, die Leber zu belasten. Deshalb sind wir gegenüber Werten, die auf dem Papier „normal“, aber über dem Idealbereich liegen, besonders aufmerksam.

Bei der Beurteilung von SGPT sollten zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden.

  • Geschlecht (bei Männern sind die Werte im Allgemeinen höher)
  • Body-Mass-Index (mit zunehmendem Gewicht neigt SGPT dazu, anzusteigen)
  • Alter
  • Eingenommene Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel
  • Intensive körperliche Belastung (kann den Wert durch Freisetzung aus der Muskulatur vorübergehend erhöhen)
  • Tagesrhythmus (die SGPT-Werte erreichen häufig am Nachmittag ihren Höhepunkt)

Was ist das AST/ALT-Verhältnis und welche Hinweise liefert es zusammen mit SGPT?

Bei der Beurteilung von SGPT betrachten wir fast immer auch sein „Schwesterenzym“ AST (Aspartat-Aminotransferase). Ein erhöhter SGPT-Wert allein weist zwar auf ein Problem hin, doch das Verhältnis der beiden Enzyme (AST/ALT-Verhältnis oder De-Ritis-Quotient) wirkt wie ein Detektiv und liefert wertvolle Hinweise auf die Ursache.

Beide sind Leberenzyme, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer Verteilung innerhalb der Zelle und ihrer Konzentration in anderen Geweben. Das Verhältnis hilft uns, verschiedene Konstellationen einzuordnen.

Ist der ALT-Wert höher als AST (d. h. AST/ALT-Verhältnis unter 1), sehen wir dies häufig bei Fettlebererkrankungen (NAFLD) oder chronischen Virushepatitiden (Hepatitis B oder C).

Ist AST höher als ALT (Verhältnis über 1), kann dies auf einen chronischeren und potenziell schwereren Leberschaden hinweisen, zum Beispiel auf eine fortgeschrittene Erkrankung wie Zirrhose.

Ist AST mehr als doppelt so hoch wie ALT (Verhältnis über 2), gilt dies als starker und klassischer Hinweis auf einen alkoholbedingten Leberschaden. In einer solchen Situation muss der Alkoholkonsum sehr genau hinterfragt werden.

Was sind die häufigsten Ursachen für erhöhte SGPT-Werte bei Frauen, die schwanger werden möchten?

Bei einer Frau im gebärfähigen Alter, insbesondere wenn sie sich wegen Kinderlosigkeit in Behandlung befindet, lassen erhöhte SGPT-Werte häufig an Erkrankungen denken, bei denen Stoffwechsel und reproduktive Gesundheit eng miteinander verknüpft sind. Es handelt sich dabei in der Regel nicht um ein isoliertes Leberproblem, sondern um den Ausdruck eines systemischen Geschehens.

Zu den wichtigsten Ursachen, die bei der Differenzialdiagnose in den Vordergrund treten, gehören:

  • Nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD / SLD)
  • Metabolische Störungen im Zusammenhang mit dem polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS)
  • Virale Hepatitiden (insbesondere chronische Hepatitis B und C)
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Arzneimittelinduzierter Leberschaden (DILI)
  • Eingenommene pflanzliche Präparate oder „Detox“-Produkte
  • Autoimmunhepatitis (wenn das Immunsystem die eigenen Leberzellen angreift)
  • Hämochromatose (übermäßige Eisenansammlung im Körper)
  • Morbus Wilson (übermäßige Kupferansammlung im Körper)
  • Zöliakie (Glutensensitivität)
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Schwere Muskelschäden (können selbst nach sehr intensiver sportlicher Belastung auftreten)
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Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) und erhöhtem SGPT?

Dies ist im Rahmen von IVF-Behandlungen unser wichtigster und am häufigsten beobachteter Zusammenhang. PCOS ist eine der häufigsten Ursachen für eine durch Ovulationsstörungen bedingte Unfruchtbarkeit. Frauen mit PCOS haben im Vergleich zu Frauen ohne dieses Syndrom ein bis zu vierfach erhöhtes Risiko, eine Fettleber (NAFLD) zu entwickeln.

Dies ist kein Zufall; beiden Krankheitsbildern liegt ein gemeinsamer „Feind“ zugrunde: die Insulinresistenz (IR).

Bei einem Großteil der PCOS-Patientinnen (etwa 50–70 %) liegt eine Insulinresistenz vor. In diesem Zustand gelingt es dem Körper nicht, Zucker ausreichend in die Zellen einzuschleusen, und die Bauchspeicheldrüse versucht, dies durch vermehrte Insulinausschüttung zu kompensieren. In diesem chaotischen Umfeld werden aus dem Fettgewebe unkontrolliert freie Fettsäuren ins Blut abgegeben.

Diese freien Fettsäuren strömen gewissermaßen wie eine Flut in die Leber. Die Kapazität der Leber, diese Fette zu verarbeiten und abzubauen, ist begrenzt. Wenn sie die Fette nicht verbrennen oder ausscheiden kann, beginnt sie, sie in Form von Triglyceriden in ihren Zellen zu speichern. Dies bezeichnen wir als Fettleber (NAFLD).

Mit der Zeit kommt es im verfetteten Organ zu Entzündungen (Steatohepatitis). Die entzündeten und geschädigten Leberzellen setzen – wie bereits erwähnt – das in ihnen befindliche SGPT in den Blutkreislauf frei.

Darüber hinaus verstärken die bei PCOS häufig vorkommende Hyperandrogenämie (erhöhte männliche Hormone) und die häufig begleitende Adipositas diesen „Teufelskreis“ und verschlechtern die Fettleber zusätzlich. Deshalb wird ein erhöhter SGPT-Wert bei einer übergewichtigen oder adipösen PCOS-Patientin als Teil eines zugrunde liegenden metabolischen „Sturms“ gewertet.

Warum ist es so wichtig, den SGPT-Spiegel zu kennen, bevor eine IVF-Behandlung begonnen wird?

Wenn wir bei der Vorbereitung auf eine IVF-Behandlung Leberfunktionstests einschließlich SGPT anfordern, handelt es sich nicht nur um eine Routineuntersuchung. Es geht um eine Risikoabschätzung.

Sowohl die zur Follikelstimulation eingesetzten Hormone (insbesondere Östrogene) als auch die Schwangerschaft selbst stellen eine metabolische Belastung – eine Art „Stresstest“ – für die Leber dar. Wenn Ihre Leber zu Beginn der Behandlung bereits erschöpft ist (z. B. verfettet oder mit erhöhtem SGPT-Wert), kann es ihr schwerfallen, diese zusätzliche Belastung zu tragen.

Die Kenntnis des SGPT-Spiegels im Voraus hilft uns in mehreren Punkten:

  • Wir können abschätzen, ob die Patientin während der Behandlung zu Komplikationen wie OHSS (ovarielles Hyperstimulationssyndrom) neigt.
  • Wir können beurteilen, ob im Falle einer Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende leberbezogene Komplikationen wie Präeklampsie oder ICP (intrahepatische Schwangerschaftscholestase) besteht.

Auf Grundlage dieser Risiken können wir das Behandlungsprotokoll personalisieren und gegebenenfalls anpassen (zum Beispiel durch Anwendung einer „Freeze-all“-Strategie, bei der alle Embryonen eingefroren werden).

Außerdem können wir die Patientin gezielt über mögliche Risiken informieren und eine engmaschigere Schwangerschaftsüberwachung planen.

Beeinträchtigen eine bestehende Lebererkrankung oder erhöhte SGPT-Werte den Erfolg einer IVF-Behandlung?

Dies ist eine der Fragen, die unsere Patientinnen am meisten beschäftigt: „Bewirkt dieses Leberproblem, dass sich der Embryo nicht einnisten kann?“

Die vorhandenen Daten sind recht deutlich und beruhigend. Die Antwort lautet in hohem Maße „Nein“.

In einer großen Studie wurden Frauen mit chronischer Lebererkrankung (CLD) mit gesunden Frauen verglichen. Die Ergebnisse zeigten:

  • In der Gruppe mit CLD wurden, unter anderem alters- und gewichtsbedingt, weniger Eizellen gewonnen.
  • Dadurch wurden auch weniger Embryonen erzeugt.
  • Doch (und das ist der entscheidende Punkt) die Qualität der gewonnenen Eizellen war gleich.
  • Die Befruchtungsraten waren vergleichbar.
  • Auch der Anteil genetisch normaler (euploider) Embryonen war identisch.

Am eindrucksvollsten war der Befund, dass beim Transfer eines einzigen genetisch unauffälligen (euploiden) Embryos zwischen der Leberkranken- und der Kontrollgruppe kein statistisch signifikanter Unterschied hinsichtlich Schwangerschaftsrate, Fehlgeburtsrate oder Lebendgeburtenquote bestand.

Das bedeutet: Eine kompensierte (stabil verlaufende) Lebererkrankung oder ein erhöhter SGPT-Wert verringert nicht das Einnistungspotenzial eines gesunden Embryos.

Unsere Sorge richtet sich vielmehr auf zwei andere Bereiche:

  • Zykluseffizienz: Durch zugrunde liegende Stoffwechselprobleme können pro Zyklus weniger Eizellen und Embryonen gewonnen werden.
  • Schwangerschaftssicherheit: Unsere Hauptfrage ist, ob die Leber die zusätzliche Belastung während der Schwangerschaft tragen kann und ob sich ernste Komplikationen wie ICP oder Präeklampsie entwickeln könnten.

Können erhöhte SGPT-Werte die in der Schwangerschaft durchgeführte NIPT (fetale DNA-Testung) beeinflussen?

Dies ist einer der weniger bekannten, aber äußerst wichtigen indirekten Effekte erhöhter SGPT-Werte. NIPT ist ein moderner Test, mit dem chromosomale Störungen wie das Down-Syndrom anhand einer Blutprobe der Mutter untersucht werden. Der Test analysiert fetale DNA-Fragmente, die im mütterlichen Blut zirkulieren.

Damit der Test zuverlässig gelingt, muss der Anteil der fetalen DNA an der gesamten zellfreien DNA im Blut der Mutter (die sogenannte fetale Fraktion) hoch genug sein.

Das Problem beginnt, wenn die Leber der Mutter entzündet ist (d. h. der SGPT-Wert erhöht ist). Geschädigte Leberzellen zerfallen und geben große Mengen mütterlicher DNA in den Blutkreislauf ab. Dies erzeugt eine Art „Hintergrundrauschen“.

Dieses mütterliche DNA-Rauschen schwächt das fetale Signal (die fetale Fraktion) und verdünnt es. Das Analysegerät kann die fetale DNA dann nicht mehr klar erfassen, und das Laborergebnis fällt mitunter als „kein Ergebnis möglich“ (no call) aus.

Eine Studie hat dieses Risiko wie folgt beschrieben:

  • Normaler SGPT + IVF-Schwangerschaft = geringes Risiko für Testversagen
  • Erhöhter SGPT (>40 U/L) + IVF-Schwangerschaft = Testversagen von bis zu 9,5 %

Wichtig ist: Das bedeutet nicht, dass mit dem Baby etwas nicht stimmt; es heißt lediglich, dass der Test technisch nicht auswertbar war. Für die Familie kann dies jedoch unnötige organisatorische Belastungen und erhebliche emotionale Anspannung bedeuten. Daher ist es sehr wichtig, Patientinnen mit erhöhtem SGPT im Vorfeld über diese Möglichkeit zu informieren und die Erwartungen realistisch zu gestalten.

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    Welche Schritte werden unternommen, wenn der SGPT-Wert vor Therapiebeginn erhöht ist?

    Angenommen, wir haben Ihre Blutwerte bestimmt und festgestellt, dass Ihr SGPT-Spiegel über dem Idealbereich liegt. Es besteht kein Grund zur Panik. Wir folgen einem klar strukturierten Vorgehen.

    • Schritt 1: Ursachensuche

    Zunächst müssen wir die Ursache der Erhöhung klären. Es erfolgt eine ausführliche Anamnese hinsichtlich Alkoholkonsum, aller verordneten und frei verkäuflichen Medikamente sowie insbesondere pflanzlicher Präparate und als „natürlich“ oder „Detox“ beworbener Produkte. Darüber hinaus werden Bluttests auf virale Hepatitiden (Hepatitis B, C), auf Eisen- und Kupferspiegel, Autoantikörper und zur Beurteilung der Gerinnung (INR) veranlasst, die die Synthesefunktion der Leber widerspiegelt.

    • Schritt 2: Bildgebung

    Anschließend wird eine Sonografie des Abdomens (Bauchultraschall) durchgeführt. Sie gibt Aufschluss über die Struktur der Leber, das Vorhandensein einer Steatose (Fettleber), deren Ausmaß sowie Hinweise auf fortgeschrittene Schäden (Fibrose oder Zirrhose).

    • Schritt 3: Lebensstilintervention und Optimierung

    Ist die Ursache – wie häufig – eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD), leiten wir vor Beginn der IVF-Behandlung eine Phase der „Optimierung“ ein. Das wichtigste „Therapeutikum“ ist hier nicht ein Medikament, sondern die Veränderung des Lebensstils.

    Zu den zentralen Maßnahmen gehören:

    • Umstellung auf eine Ernährung nach mediterranem Muster
    • Vermeidung von stark verarbeiteten Lebensmitteln, zuckerhaltigen Getränken und Fertigprodukten
    • Regelmäßige körperliche Aktivität (z. B. mindestens 150 Minuten zügiges Gehen pro Woche)
    • Gewichtskontrolle und Annäherung an das individuelle Normalgewicht
    • Kompletter Verzicht auf Alkohol
    • Absetzen aller nicht zwingend erforderlichen Medikamente und pflanzlichen Präparate

    Ist der SGPT-Spiegel stark erhöht (mehr als das Fünffache der oberen Normgrenze) oder zeigen sich im Ultraschall ausgeprägte Veränderungen, ziehen wir vor Therapiebeginn unbedingt eine Leberexpertin oder einen Leberexperten (Hepatologin/Hepatologe oder Gastroenterologin/Gastroenterologe) hinzu.

    Wie wird eine sichere IVF-Behandlung bei Patientinnen mit erhöhtem SGPT oder empfindlicher Leber geplant?

    Bei Patientinnen, deren Leber bereits vorgeschädigt oder empfindlich ist, ist unser Ziel, dass die IVF-Behandlung keine zusätzliche Belastung darstellt und keine Komplikationen auslöst. Für diese Gruppe lautet unser oberstes Prinzip „maximale Sicherheit“.

    Eines der größten Risiken im Rahmen der IVF-Therapie ist das ovarielle Hyperstimulationssyndrom (OHSS). OHSS kann die Leberfunktion selbst erheblich beeinträchtigen. PCOS-Patientinnen mit Fettleber gehören zu den höchsten Risikogruppen für OHSS.

    Um dieses kombinierte Risiko zu minimieren, halten wir uns an drei „Goldene Regeln“:

    • Einsatz eines Antagonistenprotokolls (ermöglicht eine kontrolliertere und sicherere Stimulation)
    • „Agonisten-Trigger“ (Vermeidung von hCG-haltigen Auslösespritzen und nahezu vollständige Eliminierung des OHSS-Risikos)
    • „Freeze-all“-Strategie („Alles einfrieren“)

    Diese „Freeze-all“-Strategie ist für diese Patientinnengruppe von entscheidender Bedeutung. Sie bedeutet: Wir gewinnen die Eizellen, befruchten sie im Labor, erzeugen Embryonen und frieren alle gesunden Embryonen ein. In diesem Zyklus wird kein Frischtransfer durchgeführt.

    So warten wir, bis der Körper die hormonelle „Sturmphase“ vollständig hinter sich gelassen hat, die Eierstöcke wieder zur Ruhe gekommen sind und – am wichtigsten – die Leber sich erholen konnte. Nach ein bis zwei Monaten, wenn sich der Organismus stabilisiert hat, erfolgt der Transfer des eingefrorenen Embryos in eine deutlich natürlichere und sicherere Gebärmuttermilieusituation. Dieser Ansatz eliminiert das OHSS-Risiko praktisch vollständig und verhindert zugleich eine akute metabolische Überlastung der Leber.

    Warum ist das SGPT-Monitoring bei der in der Schwangerschaft auftretenden intrahepatischen Cholestase (ICP) wichtig?

    Schwangerschaften nach IVF erfordern in bestimmten Aspekten eine engmaschigere Überwachung als spontan entstandene Schwangerschaften. Die Leber nimmt im Rahmen dieser Überwachung eine zentrale Rolle ein.

    Studien zeigen, dass bei Frauen, die mittels IVF schwanger wurden, das Risiko für die Entwicklung einer intrahepatischen Schwangerschaftscholestase (ICP) im Vergleich zu spontan schwangeren Frauen nahezu dreifach erhöht ist.

    Als Ursache wird angenommen, dass die hohen Dosen von Östrogen und Progesteron, die sowohl zur Überstimulation der Follikel als auch zur Lutealphasenunterstützung nach dem Transfer eingesetzt werden, den Gallefluss in der Leber verlangsamen oder beeinträchtigen können.

    Das Leitsymptom der ICP ist Juckreiz. Typische Merkmale sind:

    • Er beginnt vor allem an Handflächen und Fußsohlen.
    • In der Nacht wird der Juckreiz oft nahezu unerträglich.
    • In der Regel ist er nicht mit einem ausgeprägten Hautausschlag verbunden.

    Tritt bei einer IVF-Schwangeren ein solcher Juckreiz auf, veranlassen wir umgehend eine Blutuntersuchung. Wir bestimmen nicht nur den SGPT-Spiegel, sondern insbesondere auch die Serum-Gallensäuren. In manchen Fällen steigt SGPT früher an als die Gallensäuren und kann daher als erster Warnhinweis dienen.

    Für die Mutter ist die ICP meist vor allem durch den Juckreiz belastend, für das Baby kann sie jedoch ernsthafte Konsequenzen haben. Erhöhte Gallensäuren sind mit folgenden Risiken für den Fetus verbunden:

    • Spontane Frühgeburt
    • Mekoniumabgang in utero (Stuhlabgang des Kindes in der Gebärmutter)
    • Akute fetale Belastung (fetale Notlage)
    • Das gefürchtetste Ereignis: plötzlicher intrauteriner Fruchttod

    Daher nehmen wir diese Diagnose sehr ernst. Zur Senkung der Gallensäuren wird eine medikamentöse Therapie mit Ursodesoxycholsäure (UDCA) eingeleitet, und abhängig von der Höhe der Gallensäuren planen wir die Entbindung zwischen der 36. und 39. Schwangerschaftswoche sorgfältig, um das Risiko für das Kind zu minimieren.

    Wie hängt ein erhöhter SGPT-Wert mit Präeklampsie und HELLP-Syndrom zusammen?

    Ein weiteres schwerwiegendes Schwangerschaftsbild, das die Leber betrifft, ist die Präeklampsie, die umgangssprachlich oft als „Schwangerschaftsvergiftung“ bezeichnet wird.

    Leider haben IVF-Schwangerschaften im Vergleich zu spontan entstandenen Schwangerschaften ein erhöhtes Präeklampsierisiko. Dieses Risiko ist zusätzlich etwas erhöht, wenn der Embryotransfer in einem medikamentös gesteuerten, programmierten Kryozyklus (z. B. bei einem gefrorenen Embryotransfer) erfolgt ist.

    Präeklampsie ist definiert als neu aufgetretener Bluthochdruck nach der 20. Schwangerschaftswoche, der mit Organschäden einhergeht. Die Leber ist eines der Organe, die betroffen sein können. Ein Anstieg von SGPT und AST gehört zu den wichtigsten Alarmsignalen dafür, dass eine Präeklampsie in eine „schwere“ Form übergegangen ist und die Leber in Mitleidenschaft gezogen wird.

    Die gefürchtetste Komplikation der Präeklampsie ist das HELLP-Syndrom, ein lebensbedrohlicher Zustand. Der Name HELLP setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von drei zentralen Merkmalen zusammen:

    • Hemolysis (Hämolyse, d. h. Zerfall der roten Blutkörperchen)
    • EL (Elevated Liver Enzymes – erhöhte Leberenzyme)
    • LP (Low Platelets – niedrige Thrombozytenzahl)

    Beim HELLP-Syndrom können aufgrund einer ausgedehnten Leberschädigung die SGPT-Werte auf 200–700 IU/L oder sogar darüber ansteigen. Dies ist ein akuter lebensbedrohlicher Notfall sowohl für die Mutter als auch für das Kind und birgt Risiken wie Plazentaablösung, Schlaganfall, Leberruptur und den Verlust von Mutter oder Fetus. Die einzige endgültige Therapie – unabhängig von der Schwangerschaftswoche – ist die sofortige Entbindung.

    Was erwartet Patientinnen mit erhöhtem SGPT in diesem Prozess?

    Fasst man alle diese Informationen zusammen, wird deutlich, warum SGPT im Rahmen einer IVF-Behandlung nicht nur ein einfacher Laborparameter ist, sondern vielmehr als Navigationsinstrument für den gesamten Verlauf betrachtet werden sollte.

    Wenn Ihr SGPT-Spiegel erhöht ist oder eine Fettleber vorliegt, bedeutet dies nicht, dass Sie kein Kind bekommen können. Es zeigt vielmehr, dass wir vor Antritt der „Reise“ bestimmte Vorbereitungen treffen müssen – nämlich Ihre Stoffwechselgesundheit bestmöglich zu optimieren. Senken Sie Ihren SGPT-Wert durch Lebensstiländerungen (angepasste Ernährung, regelmäßige Bewegung, Gewichtsregulation), kann dies sowohl die Anzahl der gewonnenen Eizellen pro Zyklus (Effizienz) als auch – vor allem – die Sicherheit der späteren Schwangerschaft verbessern.

    Sobald Sie durch IVF schwanger sind, sollten Sie damit rechnen, enger überwacht zu werden als bei einer „normalen“ Schwangerschaft. Besonders in der zweiten Schwangerschaftshälfte ist es wichtig, auf Symptome wie Juckreiz, starke Kopfschmerzen, Lichtblitze oder Flimmern vor den Augen und Schmerzen im Oberbauch (epigastrischer Bereich) zu achten. Dies können frühe Anzeichen einer ICP oder Präeklampsie sein, und es ist lebenswichtig, Ihren behandelnden Arzt oder Ihr Behandlungsteam sofort darüber zu informieren.

    SGPT sollte nicht als Hindernis, sondern als „Signal“ Ihres Körpers verstanden werden. Wird dieses Signal richtig gedeutet und der Behandlungsablauf entsprechend angepasst, lässt sich der sicherste Weg gestalten, an dessen Ende Sie Ihr gesundes Baby in den Armen halten.

    Häufig gestellte Fragen

    Der SGPT-(ALT-)Test zeigt, ob Leberzellen geschädigt sind. Ein erhöhter Wert weist darauf hin, dass Enzym aus den Leberzellen in den Blutkreislauf übertritt und lässt auf eine mögliche Leberschädigung schließen.

    Zustände wie Hepatitis, Fettleber, Zirrhose, Alkoholkonsum, medikamentenbedingte Toxizität oder Erkrankungen der Gallenwege können den SGPT-Spiegel erhöhen. Je höher der Wert ist, desto schwerwiegender kann die Schädigung sein.

    In der Regel wird empfohlen, den SGPT-Test nüchtern durchführen zu lassen. Da Medikamente, Alkohol oder fettreiche Speisen die Testergebnisse beeinflussen können, sind mindestens 8 Stunden Nüchternheit vor der Blutentnahme sinnvoll.

    Ein hoher SGPT-Wert verursacht häufig zunächst keine spezifischen Symptome. Wenn die Leberschädigung jedoch fortschreitet, können sich Beschwerden wie Gelbsucht, Müdigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit oder dunkler Urin entwickeln.

    Ein niedriger SGPT-Wert wird im Allgemeinen nicht als klinisch bedeutsam angesehen. Sehr niedrige Werte können aber mit bestimmten Ernährungsstörungen oder seltenen Situationen verbunden sein, in denen die Leberfunktion stark eingeschränkt ist.

    SGPT ist ein Enzym, das stärker leberspezifisch ist, während SGOT sowohl in der Leber als auch im Herz- und Muskelgewebe vorkommt. Daher gilt SGPT als spezifischerer Marker für Leberschädigungen.

    Alkohol reizt die Leberzellen und kann den SGPT-Spiegel erhöhen. Längerfristiger Alkoholkonsum kann zu chronischen Leberschäden und dauerhaft erhöhten Werten führen.

    Medikamente wie Paracetamol, Statine, bestimmte Antibiotika und Antiepileptika, die über die Leber verstoffwechselt werden, können den SGPT-Spiegel erhöhen. Deshalb ist bei Langzeittherapien eine regelmäßige labormedizinische Kontrolle wichtig.

    Der Verzicht auf Alkohol, das Absetzen leberschädigender Medikamente, eine gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion und die Behandlung von Grunderkrankungen wie Hepatitis tragen dazu bei, den SGPT-Wert wieder in den Normalbereich zu senken.

    Bei Personen mit erhöhtem Risiko für Lebererkrankungen oder bei langfristiger Medikamenteneinnahme sollte der SGPT-Test in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Die Häufigkeit richtet sich nach dem individuellen Gesundheitszustand und den Empfehlungen der behandelnden Ärztin bzw. des behandelnden Arztes.

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