Progesteron ist ein essentielles Steroidhormon, das nach dem Eisprung vom Corpus luteum ausgeschüttet wird und eine entscheidende Rolle bei der Vorbereitung des Endometriums auf eine Schwangerschaft spielt. Die Überwachung seiner Spiegel liefert einen wichtigen biochemischen Indikator zur Beurteilung der Lutealphasen‐Funktion.
Die Messung des Progesteronspiegels zeigt objektiv die hormonellen Schwankungen, die je nach Zeitpunkt des Zyklus variieren, und bestätigt so die Funktion der Lutealphase. Dieser Test stellt einen zuverlässigen diagnostischen Parameter zur Bewertung der reproduktiven Gesundheit dar.
Symptome eines Progesteronmangels geben klinische Hinweise auf Störungen der endometrialen Entwicklung, die den Implantationserfolg beeinflussen können. Diese Befunde leisten einen bedeutenden Beitrag zur Planung therapeutischer Strategien in der Fertilitätsdiagnostik.
Therapieprotokolle mit Progesteron umfassen Dosierungs- und Formulierungsoptionen, die darauf abzielen, die Endometriumrezeptivität bei assistierten Reproduktionstechniken zu optimieren. Die Anwendung bietet einen kontrollierten Ansatz, der durch die Überwachung der hormonellen Reaktion die individuelle Therapietreue verbessert.
| Wichtige Informationen | Details |
| Definition / Zweck | Der Progesterontest ist ein Bluttest, der den Progesteronspiegel im Blut misst und Informationen über den Eisprung, den Menstruationszyklus, den Schwangerschaftsstatus und das hormonelle Gleichgewicht liefert. |
| Aufgabe von Progesteron | Nach dem Eisprung vom Corpus luteum produziert, bereitet Progesteron die Gebärmutterschleimhaut auf eine Schwangerschaft vor, unterstützt die Einnistung des befruchteten Embryos und hemmt die Gebärmutterkontraktionen während der gesamten Schwangerschaft. |
| Anwendungsbereiche | Zur Bestimmung, ob ein Eisprung stattgefunden hat, zur Bewertung der Lutealphase, zur Untersuchung von Menstruationsstörungen, in der Infertilitätsdiagnostik, bei wiederholten Fehlgeburten und zur Schwangerschaftsüberwachung. |
| Wann wird der Test durchgeführt? | Bei Frauen wird er gewöhnlich in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus (Lutealphase) durchgeführt. Am häufigsten wird ein Zeitpunkt etwa 7 Tage nach dem Eisprung empfohlen (z. B. der 21. Zyklustag bei einem 28-Tage‐Zyklus). |
| Normale Werte | In der Follikelphase werden niedrige, in der Lutealphase hohe Werte erwartet. In der Schwangerschaft steigen die Werte noch weiter an. Referenzbereiche können je nach Alter, Zyklusphase und Labor variieren. |
| Was bedeutet niedriger Progesteronspiegel? | Er kann auf Anovulation (ausbleibenden Eisprung), Lutealphaseninsuffizienz, Infertilität, Menstruationsstörungen oder frühen Schwangerschaftsverlust hinweisen. |
| Was bedeutet hoher Progesteronspiegel? | Er kann anzeigen, dass ein Eisprung stattgefunden hat oder eine Schwangerschaft begonnen hat. Außerhalb der Schwangerschaft können erhöhte Werte selten auf hormonproduzierende Tumoren oder Ovarialzysten zurückzuführen sein. |
| Rolle in der Schwangerschaft | Progesteron ist für den Erhalt der Schwangerschaft lebenswichtig. Es macht die Gebärmutterschleimhaut empfängnisbereit und kann als unterstützende Therapie zur Verringerung des Fehlgeburtsrisikos eingesetzt werden. |
| Durchführung des Tests | Er erfolgt mittels einer Blutprobe aus einer Armvene. Fasten ist in der Regel nicht erforderlich. Die Ergebnisse liegen innerhalb weniger Tage vor und müssen entsprechend dem Zyklustag interpretiert werden. |

Op. Dr. Ömer Melih Aygün
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe / Erfahrener Spezialist für Unfruchtbarkeit
Von dem türkischen Gesundheitsministerium zertifizierter Spezialist für Unfruchtbarkeit. Seit 1997 Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe. Erfahrener Spezialist für Unfruchtbarkeit mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung in der Privatmedizin. 25 Jahre internationale Berufserfahrung.
In den letzten 9 Jahren hat er über 15.000 Eizellentnahmen durchgeführt.
Ein selbstständiger Profi mit ausgeprägten Kommunikations- und Problemlösungsfähigkeiten. Verfügt über ausgezeichnete zwischenmenschliche Fähigkeiten, um Konsens zu schaffen und Teamarbeit zu fördern.
Über mich KontaktWas ist Progesteron?
Progesteron ist ein Hormon, das hauptsächlich bei Frauen nach dem Eisprung in den Eierstöcken gebildet wird und die Gebärmutterschleimhaut auf eine Schwangerschaft vorbereitet. Während der Schwangerschaft wird es zusätzlich von der Plazenta produziert. Die Progesteronspiegel steigen in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus an und unterstützen die Einnistung des Embryos in die Gebärmutter. Niedrige Werte können auf Menstruationsstörungen oder Unfruchtbarkeit hinweisen.
Warum führt eine IVF-Behandlung zu Progesteronmangel?
Ziel der IVF-Behandlung ist es, deutlich mehr Eizellen zu gewinnen als in einem normalen Zyklus. Dazu werden medikamentöse Protokolle eingesetzt, die als kontrollierte ovarielle Stimulation (COS) bezeichnet werden. Dieser Prozess beeinträchtigt jedoch zwangsläufig den körpereigenen Mechanismus der Progesteronproduktion.
Dieser Zustand ist als „Lutealphasendefekt“ bekannt und stellt ein erwartetes Ergebnis der Behandlung dar. Die Gründe dafür sind:
- Das Wachstum zahlreicher Follikel (Eibläschen)
- Die Ausschüttung supraphysiologischer Hormonmengen durch die wachsenden Follikel
- Die Wahrnehmung dieser übermäßig hohen Hormonspiegel durch den Körper als „Gefahr“
- Die Aktivierung eines „Bremsmechanismus“ in den zentralen Steuerungszentren des Gehirns (Hypothalamus und Hypophyse)
- Die Unterdrückung des LH-Hormons, das das Corpus luteum am Leben erhält
- Das schnelle Funktionsversagen des Corpus luteum ohne LH-Unterstützung und das Einstellen der Progesteronproduktion
- Zusätzliche Unterdrückung der LH-Freisetzung durch GnRH-Agonisten oder -Antagonisten, die zur Vermeidung eines vorzeitigen Eisprungs eingesetzt werden
- Physische Schädigung bestimmter Zellen in den Follikeln während der Eizellentnahme (OPU)
Wenn diese Faktoren zusammenkommen, wird die körpereigene Progesteronproduktion nach der Eizellentnahme unzureichend, um eine gesunde Schwangerschaft zu unterstützen. Die Gebärmutterschleimhaut verliert ihre Stabilität und kann sich ablösen, bevor der Embryo implantieren kann.
Daher ist die externe Progesteronsubstitution bei IVF-Behandlungen keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit für den Erfolg. Sie füllt das hormonelle Defizit aus, das durch die Behandlung entsteht.
Wie beeinflusst die Wahl der Auslösespritze (Trigger) die Progesteronunterstützung?
Die „Auslösespritze“, die zur finalen Reifung der Eizellen verabreicht wird, ist einer der kritischsten Schritte der Behandlung und bestimmt direkt die Art und Intensität der nachfolgenden Progesteronunterstützung. Es gibt zwei Haupttypen solcher Injektionen:
- hCG-Trigger (Humanes Choriongonadotropin): Diese Injektion imitiert das körpereigene LH-Hormon. Die Wirkungsdauer von hCG ist jedoch deutlich länger als die von LH (mehrere Tage). Dieser lang anhaltende Effekt bietet dem nach der Eizellentnahme gebildeten Corpus luteum starke „Lebensunterstützung“ und fördert dessen Progesteronproduktion. Dadurch wird der Lutealphasendefekt teilweise abgeschwächt. Sobald die Wirkung des hCG jedoch nachlässt und das körpereigene LH weiterhin unterdrückt bleibt, ist zusätzliche Progesteronunterstützung erforderlich. Der größte Nachteil dieser Methode ist das deutlich erhöhte Risiko für OHSS (ovarielles Hyperstimulationssyndrom), insbesondere bei Frauen mit vielen Follikeln.
- GnRH-Agonisten-Trigger: Diese Injektion führt keine Hormone von außen zu; stattdessen stimuliert sie die Hypophyse der Patientin, einen plötzlichen und kurzzeitigen Anstieg von LH und FSH auszuschütten (einen sogenannten „Flare-Effekt“). Dieser Anstieg reicht aus, um die Eizellen zu finalisieren. Unmittelbar danach erschöpft sich die Hypophyse jedoch schnell und wird vollständig unterdrückt. Daher bleibt kein LH-Signal übrig, das das Corpus luteum unterstützen könnte. Dies führt zu einem raschen und ausgeprägten Progesteronmangel. Der größte Vorteil dieser Methode ist das nahezu vollständige Ausschalten des OHSS-Risikos, weshalb sie als „sicherer Trigger“ für Hochrisikopatientinnen gilt. Der Preis dafür ist ein deutlich intensiveres und sorgfältigeres Progesteronunterstützungsprotokoll.
Zusammenfassend bietet der hCG-Trigger eine gewisse Unterstützung, während der GnRH-Agonisten-Trigger nahezu keine bietet – was die Strategie der Progesteronsubstitution grundlegend verändert.
Welche Methoden der Progesteronunterstützung gibt es?
Im Laufe der Jahre wurden verschiedene Anwendungsmethoden entwickelt, um die Progesteronunterstützung sowohl wirksam als auch für die Patientinnen komfortabel zu gestalten. Jede Methode hat ihre eigenen Vor- und Nachteile:
Intramuskuläre (IM) Injektion (Progesteronspritze)
Diese traditionelle Methode galt über viele Jahre – insbesondere in den USA – als „Goldstandard“. Dabei wird ölbasiertes Progesteron in den Gesäßmuskel injiziert. Es wird schnell ins Blut aufgenommen und erzeugt hohe, stabile Progesteronspiegel. Besonders in FET-Zyklen (Transfer gefrorener Embryonen), in denen der Körper selbst kein Progesteron produziert, wird diese Methode oft bevorzugt.
Die Methode ist jedoch aus Patientinnensicht die unangenehmste. Mögliche Nebenwirkungen:
- Schmerzhafte Injektionen
- Schwellungen an der Injektionsstelle
- Rötung oder Verhärtung
- Seltene sterile Abszesse
- Erschwerte Selbstanwendung
Vaginales Progesteron (Gel, Kapsel oder Zäpfchen)
Derzeit weltweit die am häufigsten verwendete Methode. Es kann in Form von Weichkapseln mit mikronisiertem Progesteron, als Zäpfchen oder als einmal täglich anzuwendendes Gel mit kontrollierter Freisetzung vorliegen.
Der größte Vorteil ist der sogenannte „First-Uterine-Pass-Effekt“. Bei vaginaler Anwendung wird Progesteron direkt in das Gewebe und die Gefäße der Gebärmutter aufgenommen, ohne stark in die Blutbahn einzutreten. Dadurch entstehen sehr hohe Konzentrationen im Endometrium – dort, wo die Wirkung benötigt wird. Daher spiegeln sich die Spiegel im Blut (Serum-Progesteron) weniger stark wider.
Vor- und Nachteile:
- Einfache Anwendung (selbst anwendbar)
- Schmerzfreie Einnahme
- Direkter Effekt auf das Endometrium
- Vaginaler Ausfluss (häufigste Nebenwirkung)
- Lokale Reizungen oder Juckreiz (seltener)
Subkutane (SC) Injektion (Progesteronspritze)
Eine neuere und innovative Option. Es handelt sich um eine wasserlösliche Formulierung, die mit einer sehr feinen Nadel – ähnlich einer Insulinspritze – in das Unterhautfettgewebe verabreicht wird.
Sie vereint die Vorteile der IM-Injektionen (zuverlässige Blutspiegel) mit denen der vaginalen Anwendung (Komfort und Einfachheit).
- Zuverlässige Blutspiegel wie bei IM-Injektionen
- Leichte, nahezu schmerzfreie Anwendung
- Selbstanwendung möglich
- Hohe Patientinnenzufriedenheit
- Keine schmerzhaften Reaktionen wie bei IM-Injektionen
Orales Progesteron (Dydrogesteron-Tablette)
Die orale Anwendung ist für die Patientinnen am komfortabelsten. Natürliches mikronisiertes Progesteron wird jedoch beim Schlucken in der Leber fast vollständig abgebaut, sodass nur sehr geringe Mengen die Gebärmutter erreichen. Daher gelten natürliche Progesterontabletten in der IVF-Therapie als wirkungslos.
Dydrogesteron hingegen besitzt eine andere molekulare Struktur („Retro-Progesteron“). Dadurch wird es im Gegensatz zum natürlichen Progesteron nicht in der Leber abgebaut und in hohem Maße resorbiert. Es bindet stark an Progesteronrezeptoren in der Gebärmutter und erzielt die gewünschte Wirkung.
- Einfachste Anwendung (Tablette)
- Höchste Therapietreue und Zufriedenheit
- Kopfschmerzen (mögliche Nebenwirkung)
- Übelkeit (mögliche Nebenwirkung)
- Brustempfindlichkeit (mögliche Nebenwirkung)
Welche Progesteronmethode ist laut wissenschaftlicher Evidenz besser?
Klinische Entscheidungen basieren auf großen wissenschaftlichen Studien (Metaanalysen), an denen Tausende von Patientinnen teilgenommen haben. Diese Daten zeigen, welche Methode unter welchen Umständen besser geeignet ist.
- IM-Injektion vs. Vaginales Progesteron:
Langjährige Untersuchungen zeigen, dass es insgesamt (bei Betrachtung sowohl frischer als auch gefrorener Transfers) keinen signifikanten Unterschied in den Lebendgeburtenraten zwischen beiden Methoden gibt. Die hohe lokale Wirkung des vaginalen Progesterons im Endometrium ist ebenso effektiv wie die hohen systemischen Spiegel durch IM-Injektionen. Die Patientinnenzufriedenheit ist jedoch eindeutig beim vaginalen Ansatz höher.
- Ausnahme: Gefrorener Embryotransfer (FET):
In vollständig „programmierten“ FET-Zyklen, in denen kein Corpus luteum vorhanden ist und die Schwangerschaft vollständig von exogenen Hormonen abhängt, haben einige große Studien gezeigt, dass die alleinige vaginale Therapie mit höheren Fehlgeburtsraten assoziiert sein kann als IM oder kombinierte IM+vaginale Therapien. Daher gelten IM- oder SC-Injektionen in diesen Zyklen als sicherere Optionen.
- Orales Dydrogesteron vs. Vaginales Progesteron:
Ergebnisse unterscheiden sich je nach Art des Transfers:
- Frische Transfers: Zwei große internationale Studien (LOTUS I & II) und zugehörige Metaanalysen zeigen, dass orales Dydrogesteron bei frischen Transfers signifikant höhere Lebendgeburtenraten erreichen kann als vaginales Progesteron. Dadurch wird Dydrogesteron zu einer nicht nur komfortablen, sondern potenziell wirksameren Option.
- Gefrorene Transfers (FET): Eine Metaanalyse von 2023 zeigt keinen signifikanten Unterschied zwischen beiden Methoden hinsichtlich Lebendgeburten-, Schwangerschafts- oder Fehlgeburtsraten.
Wann wird Progesteron gegeben und wie lange wird es fortgeführt?
Zeitpunkt und Dauer der Progesterongabe sind ebenso entscheidend wie die Dosierung.
- Frische Embryotransfers:
Die Progesteronunterstützung sollte spätestens ab dem Abend der Eizellentnahme (OPU) oder spätestens bis zum dritten Tag nach OPU beginnen (Tag-3-Embryo). Dies gewährleistet die Synchronisierung des Embryos mit dem „Implantationsfenster“ des Endometriums.
Die Unterstützung wird mindestens bis zum Schwangerschaftstest (12–14 Tage nach dem Transfer) fortgeführt. Bei positivem Test wird meist bis zur 8.–12. Schwangerschaftswoche fortgesetzt – bis die Plazenta übernimmt.
- Gefrorene Embryotransfers (FET):
Der Ablauf unterscheidet sich in programmierten und natürlichen Zyklen:
Programmierter FET-Zyklus: Die körpereigene Ovulation wird blockiert, das Endometrium mit Östrogen aufgebaut und Progesteron exakt nach Plan begonnen. Der Transferzeitpunkt richtet sich nach dem Embryoalter und der Progesterondauer (5-Tage-Blastozyste → Transfer am 6. Progesterontag).
Natürlicher FET-Zyklus: Früher wurde angenommen, dass keine zusätzliche Unterstützung erforderlich sei. Doch eine Metaanalyse von 2022 zeigte, dass zusätzliche Progesteronunterstützung in natürlichen FET-Zyklen die Lebendgeburtenrate signifikant erhöht. Seither wird Routineunterstützung empfohlen.
Ist es sinnvoll, weitere Hormone zur Progesteronunterstützung hinzuzufügen?
Zur Verstärkung der Progesteronwirkung wurden verschiedene Hormone untersucht. Aktuelle wissenschaftliche Daten unterstützen ihre routinemäßige Anwendung jedoch nicht. In Betracht gezogen wurden:
- Östrogen (Estradiol)
- hCG (niedrige Dosis)
- GnRH-Agonisten
Warum werden sie nicht empfohlen? – Studien zeigen, dass die Zugabe von Östrogen zu Progesteron in frischen Zyklen keinen zusätzlichen Nutzen bringt. Niedrig dosiertes hCG erhöht zwar Progesteron, steigert aber das OHSS-Risiko und verbessert die Lebendgeburtenrate nicht eindeutig. Auch für luteale GnRH-Agonisten fehlt eine ausreichende Evidenzbasis.
Ist ein Progesteron-Bluttest während der Behandlung nötig?
Dies hängt vom Zyklus ab.
Frische Zyklen: Hier ist der Wert meist wenig hilfreich, da er sowohl körpereigenes Progesteron (stark schwankend) als auch extern zugeführtes Progesteron widerspiegelt, insbesondere bei vaginaler Gabe.
Programmierte FET-Zyklen: Hier ist die Messung äußerst wertvoll, da der Körper selbst kein Progesteron bildet. Der Blutwert zeigt daher direkt die Aufnahme und Angemessenheit der Therapie.
Es gibt einen „therapeutischen Zielbereich“: Zu niedrige Werte (%P < 10–15 { ng/mL}%) senken die Implantationschance, zu hohe Werte (%P > 30–35 { ng/mL}%) können die Rezeptivität beeinträchtigen.
Liegt der Wert am Transfertag unter dem Zielbereich, kann ein „Rescue-Protokoll“ angewendet werden (z. B. zusätzliche SC- oder IM-Injektion). In manchen Fällen deutet ein niedriger Wert jedoch auf tieferliegende Probleme im Endometrium oder Embryo hin.
Wie wird eine individuelle Progesteronunterstützung geplant?
Progesteronunterstützung ist kein „One-Size-Fits-All-Konzept“. Sie wird individualisiert und evidenzbasiert geplant.
Zu den Planungsschritten gehören:
- Bestimmung des Zyklustyps (frisch, programmiert, natürlich)
- Auswahl der geeigneten Applikationsform (wissenschaftliche Daten, Zyklustyp, Komfortpräferenzen)
- Korrektes Timing und richtige Dosierung (standardisierte Protokolle)
- Blutspiegelkontrolle insbesondere bei FET-Zyklen
- Gemeinsame Entscheidungsfindung nach Aufklärung
Häufig gestellte Fragen
An welchem Zyklustag wird der Progesterontest durchgeführt und warum ist dieses Datum wichtig?
Der Progesterontest wird üblicherweise am 21. Zyklustag durchgeführt. Dies ist der Zeitraum, in dem der Hormonspiegel nach dem Eisprung am höchsten ist und zeigt, ob die Lutealphase normal funktioniert.
Wie zeigt der Progesteronspiegel, ob ein Eisprung stattgefunden hat?
Ein hoher Progesteronwert zeigt an, dass ein Eisprung stattgefunden hat und das Corpus luteum aktiv ist. Niedrige Werte können auf Anovulation hinweisen.
Wie beeinflusst Progesteronmangel die Schwangerschaft?
Ein unzureichender Progesteronspiegel verhindert, dass das Endometrium für die Einnistung geeignet wird. Dies kann das Risiko für Fehlgeburten erhöhen und zu wiederholten Schwangerschaftsverlusten führen.
In welchen Situationen tritt ein erhöhter Progesteronspiegel auf?
Ein erhöhter Progesteronspiegel ist normal bei natürlicher Schwangerschaft, IVF-Behandlung oder in der Zeit nach dem Eisprung. Selten können hormonproduzierende Ovarialzysten oder Nebennierenstörungen die Ursache sein.
Was zeigt der Progesterontest während der Schwangerschaft?
Ein zunehmender Progesteronspiegel zeigt, dass die Schwangerschaft gesund verläuft. Niedrige Werte können auf Eileiterschwangerschaft oder drohenden Abort hinweisen.
Wann ist Progesteronunterstützung erforderlich?
Bei Ovulationsstörungen, Lutealphaseninsuffizienz oder zur Unterstützung der Einnistung in IVF-Behandlungen kann Progesteron verabreicht werden. Die Anwendung sollte unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Warum wird ein Progesterontest bei Männern durchgeführt?
Bei Männern wird er selten angeordnet; er dient der Bewertung des hormonellen Gleichgewichts, bei Verdacht auf Androgenmangel oder Nebennierenstörungen. Abweichungen können die Fruchtbarkeit beeinflussen.
Wie kann der Progesteronspiegel auf natürliche Weise erhöht werden?
Ausreichender Schlaf, gesunde Ernährung, Stressmanagement und regelmäßige Bewegung können das hormonelle Gleichgewicht positiv beeinflussen und die Progesteronproduktion unterstützen.
Muss ein niedriger Progesteronwert immer behandelt werden?
Nicht jeder niedrige Wert erfordert eine Behandlung. Die Werte variieren je nach Zyklusphase. Die Beurteilung sollte immer im Gesamtkontext erfolgen.
Welche Hormone sollten zusammen mit dem Progesterontest bewertet werden?
FSH, LH, Estradiol und AMH liefern zusammen mit Progesteron ein klareres Bild über die Ovulationsfunktion und das hormonelle Gleichgewicht. Kombinierte Tests erhöhen die diagnostische Aussagekraft.
