Der Anti-HBs-Test zeigt das Vorhandensein von schützenden Antikörpern gegen Hepatitis B an. Diese Antikörper entstehen nach einer Impfung oder nach einer durchgemachten Infektion. Der Test ist von klinischer Bedeutung zur Beurteilung des Immunitätsniveaus und zur Bestätigung des Schutzes.

Die Messung des Anti-HBs-Spiegels bestimmt, ob die Antikörperkonzentration ausreichend ist, und bewertet die Nachhaltigkeit der Immunität. Die Ergebnisse helfen insbesondere bei Risikogruppen, den Bedarf an einer Impfung zu bestimmen und unterstützen individuelle Schutzstrategien.

Das Anti-HBs-Immunitätsscreening wird regelmäßig bei medizinischem Personal und Personen mit hohem Expositionsrisiko durchgeführt. Dieses Screening ermittelt, ob die Schutzreaktion bei einem möglichen Kontakt mit HBV ausreichend ist, und trägt bei Bedarf zur Planung von Auffrischungsdosen bei.

Die Verlaufsanalyse von Anti-HBs stärkt die Hepatitis-B-Kontrollprogramme auf Bevölkerungsebene. Die Häufigkeit der Antikörperpositivität bewertet den Erfolg der Impfprogramme, ermöglicht die Aktualisierung von Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit und unterstützt langfristige Schutzstrategien.

WissenswertesInformationen
Name des TestsAnti-HBs (Hepatitis-B-Oberflächenantikörper) Test
Ziel des TestsBestimmung des Immunstatus einer Person gegen Hepatitis B; Beurteilung, ob die Immunität nach durchgemachter Infektion oder durch Impfung erworben wurde
AnwendungsbereicheBewertung der Wirksamkeit der Hepatitis-B-Impfung, Feststellung der Immunität nach durchgemachter Infektion, Immunitätsscreenings
ProbenartBlutprobe
Zeitpunkt der ProbenentnahmeKann zu jeder Tageszeit abgenommen werden; Nüchternheit ist nicht erforderlich
Normaler Referenzbereich≥10 mIU/mL: Immunität vorhanden; <10 mIU/mL: Keine oder schwache Immunität
Was bedeutet ein positives Ergebnis?Die Person hat durch Impfung oder nach durchgemachter Erkrankung Immunität erlangt; es besteht keine Ansteckungsfähigkeit
Was bedeutet ein negatives Ergebnis?Es besteht keine Immunität; die Person ist nicht geimpft oder es hat sich eine unzureichende Antikörperantwort entwickelt
Rolle bei der ImpfkontrolleEs wird empfohlen, 1–2 Monate nach der Impfung zu messen, um zu überprüfen, ob sich Immunität entwickelt hat
In welchen Situationen wird der Test veranlasst?Kontrolle der Immunität nach der Impfung, Immunitätsscreenings bei medizinischem Personal, Screenings vor einer Schwangerschaft, Testung von Kontaktpersonen Infizierter
Erforderlichkeit der VerlaufskontrolleBei niedrigem Antikörperspiegel kann eine Booster-(Auffrischungs-)Dosis erforderlich sein; die Immunität kann im Laufe der Zeit abnehmen
Beziehung zu anderen Hepatitis-B-TestsDer Infektionsstatus der Person wird vollständig verstanden, wenn der Test zusammen mit HBsAg-, Anti-HBc- und HBeAg-Tests ausgewertet wird
Bedeutung hinsichtlich der AnsteckungsfähigkeitPersonen mit Anti-HBs-Positivität sind nicht ansteckend und übertragen das Virus nicht auf andere
Weitere relevante TestsHBsAg, Anti-HBc IgG/IgM, HBeAg, Anti-HBe, HBV DNA
dr.melih web foto Anti-HBs-Ag

Op. Dr. Ömer Melih Aygün
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe / Erfahrener Spezialist für Unfruchtbarkeit

Von dem türkischen Gesundheitsministerium zertifizierter Spezialist für Unfruchtbarkeit. Seit 1997 Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe. Erfahrener Spezialist für Unfruchtbarkeit mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung in der Privatmedizin. 25 Jahre internationale Berufserfahrung.

In den letzten 9 Jahren hat er über 15.000 Eizellentnahmen durchgeführt.

Ein selbstständiger Profi mit ausgeprägten Kommunikations- und Problemlösungsfähigkeiten. Verfügt über ausgezeichnete zwischenmenschliche Fähigkeiten, um Konsens zu schaffen und Teamarbeit zu fördern.

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Was ist Anti-HBs Ag?

Anti-HBs ist ein Antikörper, der anzeigt, dass eine Immunität gegen das Hepatitis-B-Virus (HBV) entwickelt wurde. Er wird nach einer Impfung oder bei Personen, die die Krankheit durchgemacht und überstanden haben, positiv. Das Vorhandensein dieses Antikörpers zeigt, dass die Person gegen Hepatitis B geschützt ist. Die Bezeichnung „Ag“ wird häufig mit dem Oberflächenantigen (HBsAg) verwechselt; HBsAg zeigt das Vorhandensein des Virus, Anti-HBs hingegen die Immunität an.

Was bedeutet ein positiver HBsAg-Test?

HBsAg (Hepatitis-B-Oberflächenantigen) ist ein Protein, das sich auf der äußeren Oberfläche des Virus befindet. Ein positives HBsAg-Ergebnis im Bluttest bedeutet, dass das Hepatitis-B-Virus aktiv im Körper der Person vorhanden ist, das heißt, dass sie derzeit „infiziert“ ist.

Das bedeutet auch, dass die Person das Virus über Blut und andere Körperflüssigkeiten auf andere übertragen kann. Wenn eine HBsAg-Positivität länger als sechs Monate anhält, wird dieser Zustand als „chronische Hepatitis-B-Infektion“ oder umgangssprachlich als „Trägerschaft“ bezeichnet. Im Hinblick auf eine Kinderwunschbehandlung (IVF) ist eine HBsAg-Positivität einer der wichtigsten Befunde, der besondere Maßnahmen sowohl bei der Mutter als auch beim Vater erforderlich macht.

Was ist der Anti-HBs-Antikörper und wie zeigt er Immunität an?

Anti-HBs (Hepatitis-B-Oberflächenantikörper) ist das Gegenstück zu HBsAg. Er ist ein schützender „Schild“, den das Immunsystem des Körpers gegen das Virus (Antigen) bildet. Ein positives Anti-HBs-Ergebnis im Bluttest ist eine sehr gute Nachricht und zeigt, dass die Person gegen das Hepatitis-B-Virus immun ist.

Dieser Schutz kann auf zwei Arten erworben werden:

  • Hepatitis-B-Impfung
  • Natürliche Genesung nach einer durchgemachten Infektion

Ein Anti-HBs-Spiegel von über 10 mIU/mL wird im Allgemeinen als „vollständiger Schutz“ angesehen und zeigt, dass die Person durch das Hepatitis-B-Virus nicht mehr beeinträchtigt wird. Im Rahmen der Kinderwunschbehandlung bedeutet eine Anti-HBs-Positivität bei einem Partner, dass für diese Person alle Risiken ausgeschlossen sind.

Was ist der Anti-HBc-Test und warum wird er zusammen mit HBsAg und Anti-HBs angefordert?

Dieser Test ist der „Detektivtest“ im Panel, der tatsächlich die meisten Informationen liefert. Anti-HBc (Hepatitis-B-Core-Antikörper) ist ein Antikörper, der gegen die Kernstruktur des Virus gebildet wird, nicht gegen seine äußere Hülle (HBsAg).

Seine Schlüsselrolle ist folgende: Er ermöglicht die Unterscheidung zwischen einer Immunität durch Impfung und einer Immunität nach natürlicher Infektion. Die Hepatitis-B-Impfung enthält nur das Oberflächenprotein (HBsAg) des Virus, nicht aber dessen Kern.

Vereinfacht ausgedrückt:

  • Geimpfte Personen (die nur die äußere Hülle des Virus „kennen“): Anti-HBc ist NEGATIV.
  • Personen mit durchgemachter Infektion (die mit dem gesamten Virus einschließlich des Kerns in Kontakt gekommen sind): Anti-HBc ist POSITIV.

Daher wird der Anti-HBc-Test unbedingt mitbeurteilt, um zu verstehen, ob eine Anti-HBs-Positivität auf eine Impfung oder auf eine durchgemachte Infektion zurückzuführen ist.

Wie werden all diese Ergebnisse im Hepatitis-B-Testpanel interpretiert?

Die Kombination der drei Tests (HBsAg, Anti-HBs, Anti-HBc) zeigt Ihren Status eindeutig. Die häufigsten Szenarien und ihre Bedeutung für die Kinderwunschbehandlung sind:

  • Szenario 1: Empfänglich (ungeschützt)

HBsAg: Negativ

Anti-HBs: Negativ

Anti-HBc: Negativ

Bedeutung: Die Person ist nie mit dem Virus in Kontakt gekommen und wurde nicht geimpft. Sie ist völlig anfällig für eine Infektion.

Erforderliche Maßnahme: Es sollte umgehend eine Hepatitis-B-Impfung durchgeführt werden.

  • Szenario 2: Immun durch Impfung

HBsAg: Negativ

Anti-HBs: Positiv

Anti-HBc: Negativ

Bedeutung: Die Person ist erfolgreich geimpft und geschützt.

Erforderliche Maßnahme: Ein hervorragendes Ergebnis. Es besteht kein Hindernis für eine Kinderwunschbehandlung.

  • Szenario 3: Natürliche Immunität (durchgemachte und ausgeheilte Infektion)

HBsAg: Negativ

Anti-HBs: Positiv

Anti-HBc: Positiv

Bedeutung: Die Person hat die Infektion in der Vergangenheit durchgemacht, der Körper hat das Virus besiegt und eine dauerhafte Immunität entwickelt.

Erforderliche Maßnahme: Es besteht kein Hindernis für die Behandlung.

  • Szenario 4: Chronische Infektion (Trägerzustand)

HBsAg: Positiv

Anti-HBs: Negativ

Anti-HBc: Positiv

Bedeutung: Das Virus befindet sich seit mehr als 6 Monaten im Körper. Die Person ist chronischer Hepatitis-B-Träger.

Erforderliche Maßnahme: Vor Beginn der Kinderwunschbehandlung sind eine detaillierte Abklärung (HBV DNA, Leberenzyme) und eine gemeinsame Betreuung mit einem Infektiologen/Hepatologen erforderlich.

  • Szenario 5: Verwirrend (isolierte Anti-HBc-Positivität)

HBsAg: Negativ

Anti-HBs: Negativ

Anti-HBc: Positiv

Bedeutung: Dies ist das komplexeste Szenario. Es kann auf eine falsch positive Reaktion, eine sehr lange zurückliegende Infektion (bei der Anti-HBs im Laufe der Zeit verschwunden ist) oder auf eine „versteckte“ (okkulte) Infektion hinweisen.

Erforderliche Maßnahme: Es ist ein HBV-DNA-Test (Viruslast) notwendig, um zu prüfen, ob das Virus im Blut vorhanden ist. Das weitere Vorgehen richtet sich nach dem Ergebnis.

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Warum sind HBsAg und Anti-HBs vor einer Kinderwunschbehandlung verpflichtend?

Dass Kinderwunschzentren diese Tests bei allen Paaren vor der Behandlung verlangen, ist keine Entscheidung nach Belieben, sondern eine internationale medizinische Verpflichtung, um sowohl Ihre Gesundheit als auch die Ihres zukünftigen Kindes zu schützen.

Dieses Screening hat drei Hauptziele:

  • Verhinderung der Übertragung zwischen den Partnern (horizontale Übertragung).
  • Verhinderung der Übertragung von der Mutter auf das Baby (vertikale Übertragung).
  • Eliminierung des Risikos einer Kreuzkontamination zwischen Proben im Labor.

Was wird getan, wenn bei einem Partner HBsAg positiv und beim anderen Anti-HBs negativ ist (serodiskordantes Paar)?

Dies ist eine häufige Situation in der Praxis der Kinderwunschbehandlung und wird als „serodiskordantes Paar“ bezeichnet (ein Partner positiv, der andere negativ/ungeschützt). Die Lösung ist sehr klar und wirksam.

Die erste und wichtigste Maßnahme ist die sofortige Impfung des negativen (empfänglichen) Partners.

Der Partner muss das 3-Dosen-Impfschema vollständig abschließen, danach wird der Anti-HBs-Spiegel im Blut gemessen, um die Schutzwirkung zu bestätigen (Wert >10 mIU/mL). Dieser Prozess kann zu einer leichten Verzögerung der Behandlung führen, ist jedoch für die Sicherheit des Partners unbedingt erforderlich.

Bis die Immunität bestätigt ist, ist es sehr wichtig, dass das Paar beim Geschlechtsverkehr eine Barriere-Methode (Kondom) verwendet, um das Risiko einer horizontalen Übertragung auszuschließen. Sobald der Partner Immunität entwickelt hat, entfällt dieses Risiko und die Behandlung kann sicher begonnen werden.

Beeinflusst eine HBsAg-Positivität beim männlichen Partner die Spermienqualität und das Risiko einer Hepatitis-B-Übertragung?

Diese Frage hat zwei Aspekte. Der erste betrifft die Spermienqualität. Ja, wissenschaftliche Studien zeigen, dass bei HBsAg-positiven Männern im Zusammenhang mit dem durch das Virus verursachten chronischen Entzündungszustand bestimmte negative Veränderungen der Spermienqualität auftreten können.

Am häufigsten beobachtete Effekte sind:

  • Verminderte Spermienmotilität (Asthenozoospermie)
  • Reduzierte Spermienvitalität (Nekrozoospermie)
  • Abnorme Spermienmorphologie (Teratozoospermie)

Zum Glück wurden Kinderwunschtechniken genau dafür entwickelt, solche Probleme zu überwinden. Insbesondere beim Mikroinjektionsverfahren (ICSI) wählt der Embryologe im Labor das gesündeste erscheinende einzelne Spermium aus und injiziert es unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle. Auf diese Weise werden die negativen Effekte des Virus auf Beweglichkeit oder Anzahl der Spermien praktisch überwunden.

Der zweite Aspekt ist das Übertragungsrisiko. Das Risiko der Übertragung vom Mann auf die Frau wird – wie oben erwähnt – durch die Impfung der weiblichen Partnerin vollständig verhindert.

Ist eine „Spermienwäsche“ bei HBsAg-positiven Männern erforderlich?

Dies ist eine sehr wichtige und häufig gestellte Frage. Anders als bei HIV sind spezielle „Spermienwasch“-Techniken bei Hepatitis B nicht notwendig – vorausgesetzt, die weibliche Partnerin verfügt über einen durch Impfung gesicherten vollständigen Schutz (Anti-HBs positiv und >10).

Die eigentliche Strategie besteht nicht darin, das Sperma zu „reinigen“, sondern den Partner zu „schützen“. Ist der Partner bereits geschützt, ist dieses zusätzliche und komplexe Verfahren nicht erforderlich.

Das bedeutet jedoch nicht, dass das Sperma nicht bearbeitet wird. In der Kinderwunschbehandlung werden ohnehin Standardverfahren zur Aufbereitung der Samenprobe (Gradient oder Swim-up) angewandt, um die beweglichsten und gesündesten Spermien auszuwählen und sie gleichzeitig von der Samenflüssigkeit zu trennen, in der sich das Virus befinden kann.

Wie beeinflusst eine HBsAg-Positivität bei der werdenden Mutter den Erfolg der Kinderwunschbehandlung?

Eine HBsAg-Positivität bei der werdenden Mutter ist das Szenario, das am sorgfältigsten gemanagt werden muss. Obwohl es unterschiedliche Studien gibt, ist die allgemeine Auffassung wie folgt: Bei Frauen, die „inaktive Trägerinnen“ sind (niedrige Viruslast und normale Leberenzyme), werden die Erfolgsraten der Kinderwunschbehandlung (Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten) im Allgemeinen nicht beeinträchtigt.

Bei aktiver Virusvermehrung (hohe Viruslast und erhöhte Leberenzyme) wird jedoch angenommen, dass dieser aktive Entzündungszustand potenziell negative Auswirkungen auf die Eizellqualität oder die ovariellen Reserven haben kann. Daher sollte jede Frau mit HBsAg-Positivität vor Beginn der Kinderwunschbehandlung von einem Spezialisten für Infektionskrankheiten oder einem Hepatologen ausführlich beurteilt werden und eine „Freigabe“ für die Behandlung erhalten.

Warum ist der Test auf „Viruslast“ (HBV DNA) bei HBsAg-positiven Schwangeren so wichtig?

Ist die werdende Mutter HBsAg-positiv, ist der Schlüsseltest in diesem Prozess HBV DNA, also die „Viruslast“. Dieser Test ermittelt die Anzahl der Viren in 1 Milliliter Blut. Dieser Wert ist von entscheidender Bedeutung, da er das Risiko der Übertragung von der Mutter auf das Baby direkt bestimmt.

In der Medizin gibt es einen „Schwellenwert“: 200.000 IU/mL.

Liegt die Viruslast der werdenden Mutter unter diesem Wert, sind die bei der Geburt angewendeten Standard-Schutzmaßnahmen (Impfung + HBIG) in der Regel ausreichend und die Wahrscheinlichkeit, dass das Baby geschützt ist, ist sehr hoch.

Wenn die Viruslast jedoch über diesem Wert liegt, ist die Virusmenge im Blut so hoch, dass der Standard-Schutz bei der Geburt möglicherweise nicht ausreicht und das Risiko einer Übertragung des Virus auf das Baby deutlich ansteigt. In diesem Fall kommen zusätzliche Maßnahmen zum Einsatz.

Wie werden die antivirale Therapie und die Entbindung bei HBsAg-positiven Schwangeren geplant?

Wenn der HBV-DNA-Test einen Wert von mehr als 200.000 IU/mL ergibt, werden während der Schwangerschaft einsetzbare, sichere antivirale Medikamente verordnet.

Ziel dieser Behandlung ist nicht primär die Therapie der Lebererkrankung der Mutter, sondern die Reduktion der Viruslast unter den kritischen Schwellenwert, um das Baby zum Zeitpunkt der Geburt zu schützen.

Diese Medikamente werden in der Regel im dritten Trimenon (zwischen der 28. und 32. Schwangerschaftswoche) begonnen und für eine gewisse Zeit nach der Geburt fortgesetzt. Diese Planung erfolgt gemeinsam durch den Kinderwunschspezialisten, den Gynäkologen und den Hepatologen.

Bezüglich Entbindung und Stillen sind die internationalen Leitlinien sehr eindeutig.

Geburtsmodus: Das Vorliegen von Hepatitis B stellt keine Indikation für einen Kaiserschnitt dar. Die Art der Entbindung wird anhand der üblichen geburtshilflichen Gründe entschieden.

Stillen: Das Stillen ist VOLLKOMMEN SICHER, sofern das Baby bei der Geburt seinen ersten Schutz (Impfung + HBIG) erhält, und es wird der Mutter nachdrücklich empfohlen zu stillen.

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    Welche Schritte werden unternommen, um ein von einer HBsAg-positiven Mutter geborenes Baby zu schützen?

    Dies ist wie ein Staffellauf. Wenn die Schwangerschaft eingetreten ist, muss das Kinderwunschteam den Gynäkologen klar über den HBsAg-positiven Status der Mutter informieren; und der Gynäkologe wiederum muss den Kinderarzt (Neonatologen) bei der Geburtsplanung über diesen Status in Kenntnis setzen.

    Zum Schutz des Babys wird ein „Goldstandard“-Protokoll angewendet, dessen Erfolg zeitabhängig ist.

    Innerhalb der ersten 12 Stunden nach der Geburt (idealerweise direkt im Kreißsaal) erhält das Baby zwei getrennte Injektionen.

    Hepatitis-B-Impfstoff (1. Dosis): Er wird gegeben, um das eigene Immunsystem des Babys „aktiv“ zu stimulieren und einen langfristigen Schutz aufzubauen.

    Hepatitis-B-Immunglobulin (HBIG): Das sind „einsatzbereite Soldaten“ (passive Immunität). Sie binden sofort an Viren, die möglicherweise aus dem Blut der Mutter übertragen wurden, neutralisieren sie und verhindern, dass sie sich in der Leber ansiedeln und eine Infektion auslösen.

    Dieser doppelte Ansatz, kombiniert mit einer gegebenenfalls in der Schwangerschaft eingesetzten antiviralen Therapie, verhindert die Übertragung von der Mutter auf das Baby mit einer Erfolgsquote von über 95 %.

    Wie wird das Baby nach Hepatitis-B-Impfung und HBIG weiter überwacht?

    Die Aufgabe endet nicht im Kreißsaal. Das Baby setzt den regulären Impfplan fort (in der Regel im Alter von 1 und 6 Monaten).

    Nach Abschluss der Impfserie, wenn das Baby 9–12 Monate alt ist, wird ein Bluttest zur „Schutzkontrolle“ durchgeführt. In diesem Test werden nur zwei Parameter bewertet: HBsAg und Anti-HBs.

    Das Ergebnis dieses Tests zeigt eine der folgenden drei Situationen:

    • HBsAg (-) / Anti-HBs (+): Erfolg! Dies ist das gewünschteste Ergebnis. Das Baby ist nicht infiziert und hat durch die Bildung von Anti-HBs eine eigene Immunität entwickelt.
    • HBsAg (-) / Anti-HBs (-): Kein Infekt, aber keine Antwort. Das Baby ist nicht infiziert (HBsAg negativ), aber sein Körper hat auf die Impfstoffe keine ausreichende Antwort gegeben (kein Anti-HBs gebildet). In diesem Fall bleibt das Baby ungeschützt und es muss erneut eine Impfserie mit 3 Dosen durchgeführt werden.
    • HBsAg (+) / Anti-HBs (-): Misserfolg. Trotz aller Maßnahmen (wenn auch mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit) war das Vorgehen nicht erfolgreich und das Baby ist infiziert. In diesem Fall muss das Baby umgehend in die Betreuung eines pädiatrischen Hepatologie-Spezialisten übergeben werden.

    Wie werden die Embryonen von HBsAg-positiven Patienten im Labor sicher aufbewahrt?

    Eine der größten Sorgen von Paaren, die sich einer Kinderwunschbehandlung unterziehen, betrifft die Laborsicherheit: „Können unsere Proben andere kontaminieren, oder können Proben anderer auf unsere übertragen werden?“

    Moderne und akkreditierte IVF-Labors sind Orte, an denen in dieser Hinsicht die strengsten Sicherheitsmaßnahmen angewendet werden. Obwohl das Risiko theoretisch nahezu null ist, wird nach dem Vorsorgeprinzip ein „Nullrisiko“ angestrebt.

    Die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen sind:

    • Getrennte Arbeitsbereiche: Eizellen, Spermien und Embryonen von HBsAg-positiven Patienten (oder Patienten mit anderen blutübertragenen Viren) werden in getrennten Sicherheitswerkbänken verarbeitet, die räumlich von den Arbeitsbereichen für andere Patientenproben getrennt sind.
    • Getrennte Gefriertanks: Dies ist die wichtigste Regel. Gefrorene (kryokonservierte) Spermien, Eizellen oder Embryonen von HBsAg-positiven Patienten werden NIEMALS in denselben Tanks gelagert wie Proben anderer Patienten. Für sie werden vollständig separate Flüssigstickstofftanks verwendet, die als „Quarantäne“ oder „infektiös“ gekennzeichnet sind. So wird selbst ein rein theoretisches Übertragungsrisiko über den Flüssigstickstoff ausgeschlossen.
    • Hochsichere Träger: Für die Kryokonservierung der Proben werden spezielle Systeme wie „Pailletten“ oder „Kryotops“ verwendet, die hermetisch verschlossen sind und absolute Dichtigkeit gewährleisten.

    Häufig gestellte Fragen

    Eine Anti-HBs-Positivität zeigt an, dass die Person eine Immunität gegen Hepatitis B entwickelt hat. Dies kann das Ergebnis einer Impfung oder einer durchgemachten Infektion sein.

    Ja, der nach der Impfung durchgeführte Anti-HBs-Test wird verwendet, um zu beurteilen, ob eine Immunantwort zustande gekommen ist. Werte über 10 mIU/mL bieten einen Schutz.

    Wenn keine Immunität besteht, wird eine Impfung gegen Hepatitis B empfohlen. Wenn die Person bereits geimpft wurde und die Immunität nachgelassen hat, kann eine Auffrischungsimpfung erforderlich sein.

    Anti-HBs zeigt das Vorhandensein von Immunität, während Anti-HBc auf einen früheren Kontakt mit dem Hepatitis-B-Virus hinweist. Wenn Anti-HBs positiv und Anti-HBc negativ ist, bedeutet dies, dass die Immunität ausschließlich durch Impfung erworben wurde.

    Während der Schwangerschaft wird der Hepatitis-B-Status bestimmt, um den Schutz des Babys bei der Geburt zu gewährleisten. Ist die Mutter Anti-HBs-positiv, besitzt sie Immunität; ist sie negativ, muss das Infektionsrisiko bewertet und gegebenenfalls eine Impfung erwogen werden.

    Der Anti-HBs-Spiegel kann im Laufe der Zeit abnehmen, aber das immunologische Gedächtnis bleibt bestehen. Selbst wenn die Werte unter den Schutzschwellenwert fallen, kann der Körper bei erneutem Kontakt mit dem Virus schnell reagieren; eine erneute Impfung ist nicht immer erforderlich.

    Der Test beurteilt nicht direkt die Leberfunktion, spielt aber eine indirekte Rolle bei der Einschätzung des Risikos für leberbezogene Erkrankungen im Zusammenhang mit Hepatitis B.

    Bei bestimmten Risikogruppen (medizinisches Personal, immunsupprimierte Personen) wird ein Anti-HBs-Test empfohlen, um den Schutz durch die Impfung zu überprüfen. Bei niedrigen Werten kann eine Auffrischungsimpfung notwendig sein.

    Nein, Personen mit Anti-HBs-Positivität sind nicht ansteckend. Dieses Ergebnis zeigt lediglich, dass eine Immunität entwickelt wurde, dass sie das Virus nicht tragen und kein Risiko besteht, die Erkrankung zu übertragen.

    Unter 10 mIU/mL: keine Immunität, Impfung empfohlen.
    10–100 mIU/mL: eingeschränkte Immunität, in manchen Fällen kann eine zusätzliche Dosis empfohlen werden.
    100 mIU/mL und mehr: starke Immunität, erneute Impfung nicht erforderlich.

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